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Master Thesis

Endlich geschafft! Nach einigen Mühen und unter fast vollständigem Ausnutzen des Verlängerungszeitraums habe ich meine UNIGIS Master Thesis fertiggestellt. Inhaltlich geht es in der Arbeit um den Aufbau eines GIS-basierten Grundeigentumsystems in Tansania, wobei ich mich hauptsächlich um technische Aspekte gekümmert habe. Die organisatorischen und formalen Aspekte eines solchen Systems wurden in einer separaten Arbeit von Klaus Mithöfer behandelt. Im Rückblick kann ich sagen, dass ich viel von der Arbeit an der Master Thesis profitiert habe. Auf rein technischer Ebene bin ich nun versiert im Umgang mit PostGIS, Geoserver und OpenLayers -- dem Open Source Geospatial Stack. Das Potenzial dieses Stacks scheint mir enorm. Andererseits musste ich mich für das Verfassen der Arbeit intensiv in die Materie eingraben. So eine vertiefte Auseinandersetzung mit einem Thema -- auch auf theoretischer Ebene -- tut ab und zu sicher gut. Wer an der Master Thesis interessiert ist, kann sie einfach downloaden und anschauen:
Master Thesis (pdf, 2.5Mb)

Die Master Thesis ist der letzte Baustein in meinem UNIGIS-Studium, so dass ich mich nun erneut "Master of Science" nennen kann. Auch abgesehen vom Titel hat sich der Aufwand der letzten zwei Jahre auf jeden Fall gelohnt. Folgende Punkte sind für mich die zentralen Gewinne:
  • Durch das breite Curriculum hatte ich die Gelegenheit, mir einiges an zusätzlichem Fachwissen anzueignen. Als wichtigste Bereiche sind hier Interoperabilität und ArcGIS Server zu nennen.
  • Auch in methodischer Hinsicht konnte ich stark profitieren (Projektmanagement und Kommunikation).
  • Nicht zuletzt hatte ich durch UNIGIS die Gelegenheit, interessante GIS-Interessierte aus den verschiedensten Branchen kennenzulernen.
Ein paar wenige Mängel waren auch auszumachen:
  • Die Blackboard-Plattform erschien mir nicht immer sehr anwenderfreundlich. Im Internet bin ich mich modernere, reaktionsschnellere Interfaces gewohnt, so dass ich mich des öfteren aufregen musste.
  • Die verschiedenen Module waren nicht alle gleich relevant und interessant für mich. Dies lässt sich jedoch kaum vermeiden, wenn ein so breites Angebot verfügbar ist.
Die positiven Aspekte haben jedoch deutlich überwogen. Nichtsdestotrotz bin ich mehr als froh und erleichtert, dass ich das Studium nun hinter mir habe. Es gibt ja noch andere Dinge, die man in seiner Freizeit anstellen kann...
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UNIGIS Master Thesis Workshop

Ende September war ich nun schon zum vierten Mal in Salzburg, um einen UNIGIS-Anlass zu besuchen. Dieses Mal waren es keine Studientage sondern der Master Thesis Workshop. Im Zentrum standen diesmal wir Studenten. Jeder Teilnehmer hielt einen kurzen Vortrag über seine Master Thesis mit anschliessender Diskussion. Ich habe dieses Vorgehen sehr geschätzt, hat es mir doch erlaubt, die Themen der anderen Studenten genauer kennenzulernen. Dabei fand ich die Bandbreite der Themen sehr interessant und faszinierend. Allein diese Tatsache war den Besuch wert und ausserdem konnte ich mir doch noch den einen oder anderen Input für meine Arbeit holen. Auch das Wiedersehen der Mitstudenten (inkl. Einlösen von Freibierversprechen) hat Spass gemacht.
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UNIGIS-Modul 9: Kartographie und Visualisierung

Im UNIGIS-Modul 9 standen Kartographie und Visualisierung im Zentrum. Ein Thema, das ich sehr interessant finde und dem ich in den letzten Jahren auch beruflich immer wieder begegnet bin. Es hat mich daher nicht überrascht, dass etliche der Inhalte für mich nicht neu waren. Zumal ich bereits an der Uni die eine oder andere Kartographievorlesung besucht hatte. Trotzdem bin ich bei weitem kein Kartograph, doch ich hatte den Eindruck, dass die wichtigsten Themen behandelt wurden: Konzeption, Layout, Farben, Schriftewn, Symbole, Klassifikationen etc. Durch Verweise auf sehr wertvolle Ressourcen im Internet (z.B. der hervorragende ColorBrewer zur einfachen Farbauswahl) war das Modul auch sehr praxisnah und hat mir den einen oder anderen Tipp für die Zukunft gegeben.

Für viele GIS-Anwender ist die Erstellung einer Karte eine eher lästige Pflichtaufgabe, die am Ende eines Projektes oder einer Analyse noch schnell erledigt werden muss. Ich bin aber der Meinung, dass sich für das Design einer Karte ein grosser Zeiteinsatz immer lohnt. Schliesslich ist doch die Karte das Hauptinstrument, mit dem Resultate aus GIS-Analysen an ein Publikum kommuniziert werden. Das Analyse-Skript kann noch so kunstvoll und effizient sein, wenn die Karte schlampig und schludrig gemacht ist, wird das Publikum dem Resultat kaum Aufmerksamkeit widmen.

Mit diesem Modul ist auch der Reigen der Pflichtmodule zu Ende gegangen. Was bleibt sind nur noch der Abschluss der Gruppenarbeit, ein paar otionale Kurse und die Master Thesis! <stöhn/>
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AGIT 2007

Im Anschluss an die Summer School habe ich auch gleich noch die ebenfalls in Salzburg stattfindende AGIT 07 besucht. Dies war meine allererste Teilnahme dort und ich habe vorwiegend positive Eindrücke erhalten. Die AGIT ist mehr als nur ein Symposium, in dem Fachvorträge gehalten werden, obwohl dies natürlich der wichtigste Punkt ist. Das Vortragsprogramm ist ausserordentlich vielfältig und verläuft in mehreren parallelen Tracks, so dass es mir das eine oder andere Mal schwerfiel, eine Entscheidung zu treffen. Neben diesen Sessions bietet die AGIT aber auch noch eine Expo, Workshops, Posterausstellung und auch etliche "Social Events".

Aufgefallen ist mir, dass das Thema INSPIRE in zahlreichen Vorträgen und Workshops vor allem von Referenten aus dem Verwaltungsbereich eine zentrale Stelle einnahm. Es ist damit zu rechnen, dass diese Richtlinie auch in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird. Und dies obwohl die konkreten Ausführungsbestimmungen noch gar nicht fertig sind und zudem z.T. sehr lange Übergangsfristen gelten (bis 2019). Und es ist ebenfalls nicht schwierig vorauszusehen, dass sich die Schweiz, obwohl sie kein EU-Mitglied ist, auch intensiv mit diesem Thema befassen wird. Die KOGIS hat dies mit der am 1. Juni durchgeführten INSPIRE-Tagung bewiesen.

Ein kleines Highlight für mich war der Stand der OSGEO-Foundation. In sehr professioneller Weise wurden dort die diversen Projekte der Foundation vorgestellt. Ein wichtiger Input war auch die Idee von Arnulf Christl (Board of Directors der OSGEO-Foundation), dass die öffentlichen Verwaltungen in Zukunft aufpassen müssen, dass sie nicht zuviel Geoinformations-Knowhow aufgrund diverser Sparbemühungen verlieren. Denn dieses Knowhow ist von zentraler Bedeutung beim Aufbau von Geodateninfrastrukturen. Ebenfalls sehr interessant war sein Vorschlag betreffend Geodaten, den er auch in einem Vortrag anlässlich des Open Source Days ausführte. Christl schlägt vor, dass viele der bisher öffentlich hergestellten Geodaten (z.B. amtliche Vermessung o.ä.) nicht mehr vom Staat nachgeführt werden sollen, sondern von denjenigen Institutionen, Firmen oder Privaten, die dafür verantwortlich sind, dass überhaupt eine Änderung an den Geodaten nötig wird. Wenn jemand z.B. ein Haus baut, sollte er dann für die daraus entstehenden Änderungen an den verschiedenen Geodaten aufkommen. Dies tönt durchaus plausibel, da es heutzutage ja kaum noch raumverändernde Projekte und Prozesse gibt, die nicht ohnehin schon genauestens vermessen und in Form von Geodaten bekannt sind. Es ginge nur noch darum, diese Daten in die GDI einzuspielen. Die Aufgabe des Staates wäre es dann noch, diesen Prozess zu kontrollieren und per Richtlinien die Qualität der Daten zu garantieren. Kurz gesagt möchte Christl das schon in anderen Politikbereichen etablierte Verursacherprinzip auch im Bereich der Geodaten einführen. Ich hatte vorher noch nichts von einer solchen Idee gehört, ganz spontan leuchtet mir allerdings die Argumentation durchaus ein. Sicherlich eine interessante Idee, die ich weiter verfolgen werde.

Wie schon die Summer School war auch die AGIT eine gute Gelegenheit, mit anderen GIS-Experten ins Gespräch zu kommen. Insgesamt habe ich trotz einiger mentaler Ermüdungserscheinungen nach der intensiven Summer School die AGIT als eine sehr vielfältige, gut organisierte und sympathische Veranstaltung empfunden und ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich dafür wieder mal nach Salzburg gehen werde.

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LBS Summer School

Im Rahmen meines UNIGIS MSc-Lehrgangs muss u.a. auch eine internationale (d.h. fremdsprachige) Summer School besucht und absolviert werden. Das Z_GIS der Uni Salzburg hat dieses Jahr (in Zusammenarbeit mit der Firma Geodan) eine solche Summer School zum Thema "Location Based Services (LBS)" organisiert. Da die Summer School terminlich nahe an der AGIT lag, habe ich mich für eine Teilnahme entschieden. Vom Thema LBS hatte ich allerdings bis dato keine Ahnung gehabt. Konkret konnte ich mir darunter einzig LBS-Dienste auf dem Mobiltelefon (z.B. Restaurants in meiner Nähe) vorstellen. Dies ist eine Anwendung, die -- und das wurde schnell klar -- jedoch nie wirklich funktioniert hat und mittlerweile so gut wie tot ist. LBS ist jedoch viel mehr als das und dies wurde in der Summer School anhand der folgenden Schwerpunkte sehr schön gezeigt:

  • Technologien: Es gibt sehr viele Technologien, die LBS ermöglichen. Die Location/Position kann ausser per GPS (und vielleicht irgendwann einmal per Galileo) auch via RFID (über WLAN oder Ultrawideband) bestimmt werden. Dabei können durchaus auch Genauigkeiten im Zentimeter-Bereich erzielt werden - und das sowohl Outdoor als auch Indoor. Die Technologien wurden auch direkt vorgestellt und vorgeführt.
  • Anwendungen: Es wurden einige konkrete Case Studies vorgestellt, so dass einerseits der konkrete Nutzen als auch mögliche Probleme bei der Implementierung deutlich wurden. Beispiele für Case Studies waren der Einsatz in einem holländischen Spital (Patienten-Tracking, Personal-Tracking, Tracking von Blutkonserven) und in einer US-Raffinerie (Personal-Tracking). Alle gezeigten Beispiele zeigen eindrücklich, welch immenses Potenzial in LBS steckt.
  • Privacy: Ein wichtiges Problem ist die Privacy/Datenschutz. Mit LBS werden ganz neue Informationen über Personen und Objekte möglich (genaue Beschreibung von Wer/Wann/Wo). Dieser Punkt wurde zurecht ausführlich diskutiert, es existieren aber noch keine fertigen Lösungen. Zudem hat eine Umfrage unter den Teilnehmern gezeigt, dass das Bewusstsein für solche Fragen noch zu wenig ausgeprägt ist. Wahrscheinlich auch deshalb, weil die wenigsten von uns mit Privacy schlechte Erfahrungen gemacht haben.


Als Bilanz kann ich festhalten:

  • Die Summer School hat mir einen sehr interessanten und tiefen Einblick in einen Trend gegeben, der unser Alltags- und Arbeitsleben in Zukunft stark prägen wird.
  • Ich habe jede Menge Inputs und Anregungen erhalten. Diese Inputs werden sich wahrscheinlich nicht direkt in meiner tägliche Arbeit niederschlagen, sie werden aber im Bewusstsein bleiben und sich nötigenfalls wieder reaktivieren lassen.
  • Ich hätte es geschätzt, wenn neben dem GPS-Workshop und dem Test des Alpenrangers im Nationalpark Berchtesgaden auch noch ein oder zwei weitere Workshops angeboten worden wären, in denen wir auch aktiv werden konnten.
  • Die Summer School war eine ideale Gelegenheit (auch dank der sozialen Anlässe) zum Kennenlernen anderer Personen, d.h. zum Networking. Viele Teilnehmer stammten aus Deutschland und Österreich, es gab aber auch Teilnehmer aus Portugal, Spanien oder auch Libyen. Dieser Austausch (auch über Nicht-GIS-Themen) ist sehr wertvoll.

Schlussbilanz: "Passt Scho!"

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1. UNIGIS-Tag Schweiz

Letzten Freitag fand an der HSR in Rapperswil der erste UNIGIS-Tag Schweiz statt. Als aktiver UNIGIS-Student habe ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und bin ebenfalls nach Rapperswil gepilgert. Immerhin ca. 30 andere Teilnehmer hatten die gleiche Idee. Der UNIGIS-Tag hatte im Rückblick zwei wichtige Aspekte für mich.
Einerseits waren da die Fachvorträge von verschiedenen Referenten aus Forschung, Verwaltung und Privatwirtschaft. Diese waren durchaus interessant und zeigten gewisse Trends und Aspekte auf, die in Zukunft in der Geoinformatik eine grosse Rolle spielen werden. So z.B. die Verlagerung von GIS-Funktionalität auf den Server (Kommunikation via Browser) oder auch die Integration von GIS-Funktionalität in bestehende Prozesse und Strukturen. Geodaten sind damit keine spezielle Art von Daten sondern eher ganz normale Daten, die auch einen Raumbezug aufweisen.
Andererseits bot der UNIGIS-Tag natürlich auch die Möglichkeit zum Knüpfen und Pflegen von Kontakten, auf neudeutsch Networking. Auch diese Gelegenheit habe ich sehr geschätzt. Ich hatte auch das Gefühl, dass bei diesem Treffen für einmal nicht das gleiche Publikum wie bei den etablierten Schweizer GIS-Treffen (Spirgarten-Treffen, Ouchy-Treffen etc.) anwesend war, sondern viele andere nicht minder interessante Leute. Daher glaube ich auch, dass ein solcher UNIGIS-Tag auch eine Zukunft haben kann.
Am Schluss der Veranstaltung wurde auch noch kurz andiskutiert, welche Rolle die HSR bzw. deren GISpunkt in Zusammenarbeit mit UNIGIS Salzburg einnehmen soll/kann. Dem was auf der GISpunkt-Homepage als Dienstleistungen erwähnt wird, kann ich mich voll und ganz anschliessen. Am interessantesten für mich ist einerseits der UNIGIS-Tag selbst und andererseits das Angebot an GIS-Seminaren/Workshops, die im Rahmen von UNIGIS als optionale Module anrechenbar sind. Ich bin mir sicher, dass eine UNIGIS-Anlaufstelle in der Schweiz ein wichtiges und nützliches Angebot für alle aktuellen und zukünftigen UNIGIS-Studenten sein wird.

[Update: Auf der Internetseite des GISpunkts HSR ist nun auch eine ausführlichere Zusammenfassung des UNIGIS-Tages nachzulesen]
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UNIGIS-Modul 8: Räumliche Analysemethoden

Das vorletzte UNIGIS-Pflichtmodul war dem Thema räumliche Analysemethoden gewidmet. Rückblickend hat dieses Modul eigentlich alle wichtigen Aspekte angesprochen, die ich mir im Voraus erwartet hatte: Vektor-Overlay (CLIP, INTERSECT, UNION etc.), Raster-Overlay (Raster Calculator, Map Algebra etc.) und auch Netzwerke (Strassen-Netzwerke mit dem ESRI Network Analyst). Einiges davon kannte ich bereits, aber es ist auch einiges Neues dazugekommen. Wichtig ist hier sicher nicht, jede dieser Methoden genauestens zu kennen, sondern sie im Hinterkopf zu haben, wenn ein konkretes Problem ansteht. So dass ich ohne grossen Aufwand aus der grossen Zahl an verfügbaren Operationen die richtigen herauspicken kann. Der Schwierigkeitsgrad bewegte sich meiner Meinung nach im mittleren bis unteren Bereich. Die einzelnen Lektionstexte waren gut aufgebaut und formuliert, so dass die Durcharbeitung keine grösseren Probleme bereitete. Die Lösung der Aufgaben war in mehr als vernünftiger Zeit machbar.
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UNIGIS-Modul 7: -- Geostatistik

Und schon wieder ist ein Modul vorbei und abgehakt. Nach dem herausfordernden und aufwendigen Modul Interoperabillität schwenkte der UNIGIS-Fokus auf ein eher klassisches GIS-Thema -- die Geostatistik. Ein Gebiet, das ich bisher so gut wie gar nicht kannte. Zwar hatte ich an der Uni eine Vorlesung in Statistik und eine in Quantitativer Geographie besucht, doch das ist nun doch schon eine ganze Weile her, so dass nicht mehr allzuviel Wissen vorhanden war. Die ersten einführenden Kapitel drehten sich denn auch um eher einfache Themen wie räumliche Mittelwerte, räumliche Konzentrationen etc. Viel Neues und Aufschlussreiches war da nicht drin. Auch die Aufgaben waren eher einfach und bestanden meist darin, in einer Statistik-Software Werte einzulesen und nach einem Knopfdruck verschiedene statistische Kennzahlen auszulesen. Meist wurde auch noch eine Interpretation verlangt. Diesen ganzen Teil hätte man auch in der Hälfte der Lektionen und Zeit abhandeln können.
Interessanter wurde es dann im zweiten Teil, in dem verschiedene Interpolationsmethoden vorgestellt wurden. Dies war genau das, was mich interessiert hat, da ich hier keinerlei Vorkenntnisse aufzuweisen hatte. Genauer betrachtet wurden die Methoden Local Polynomial, Global Polynomial, IDW, Ordinary und Universal Kriging. Der zu analysierende Datensatz war durchgehend derselbe, so dass die verschiedenen Ergebnisse miteinander verglichen werden konnten. Wie zu erwarten war, ist Geostatistik keine 'exakte Wissenschaft'. Damit meine ich, dass es keinen klar vorgegebenen Weg zu einer Lösung gibt. Gerade die Arbeit mit den Kriging-Methoden verlangt zunächst nach einer vertieften Betrachtung der vorliegenden Stichprobe um darauf aufbauend die vielen Parameter einzustellen. Hier ist sehr oft ganz einfach auch ein Trial and Error-Vorgehen angesagt: Parameter 1 ändern, Auswirkungen anschauen, Parameter 2 ändern, Auswirkungen anschauen...
Insgesamt war ich mit dem Modul zufrieden, aber wie gesagt hätte ich mir gewünscht, dass der zweite Teil mit den verschiedenen Interpolationsmethoden zugunsten des eher einfachen ersten Teils ausführlicher gestaltet worden wäre.
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UNIGIS-Modul 6: GIS-Interoperabilität

Mit der Abgabe der Lösungen zu Modul 6 habe ich von der Studienzeit (wahrscheinlich nicht vom Aufwand) her gesehen die Halbzeit erreicht. Thema dieses Moduls war die GIS-Interoperabilität. Ein Thema, das mich schon zuvor sehr interessiert und begeistert hat und das ist nach Absolvieren des Moduls immer noch so.
Im Rückblick kann ich sagen, dass dies aber auch das bisher anspruchsvollste und aufwendigste Modul war. Die Interoperabilitätswelt (nicht nur die im GIS-Bereich) ist sehr komplex. Dies hat in jüngster Zeit sicherlich auch dazu geführt, dass sich alternative Standards wie z.B. REST, GeoRSS, KML etc.
Auch im GIS-Bereich existiert eine ganze Menge an Konzepten und Standards, die sich mit Interoperabilität befassen. Die meisten stammen vom Open Geospatial Consortium (OGC), dessen Internetseite ich im Laufe des Moduls nicht wenige Male besucht habe. Behandelt wurden alle wichtigen Spezifikationen wie GML, WFS, WMS, SFS etc. Während ich z.B. den noch 'relativ' einfachen WMS-Standard (Webmapping) schon vorher gut gekannt hatte, konnte ich mich nun auch erstmals etwas vertiefter mit GML und auch WFS befassen. Zwei Standards, die für mich bisher als ungeheuer komplex galten. Doch das eingehende Befassen mit den Standards hat mir gezeigt, dass die Modularität von GML auch relativ einfache Schemas ermöglicht und damit durchaus anwendbar wird.
Nicht nur die Ebene der Standards wurde angesprochen sondern auch die Ebene der Implementierung, vorwiegend am Beispiel der (nationalen) Geodaten-Infrastrukturen (N)GDI. Hier hat sich bestätigt, was ich auch schon durch meine Arbeit im BAFU beobachtet habe. In der Schweiz existieren zwar sehr viele Arbeitsgruppen, Konzepte, Berichte und sogar ein Gesetzesentwurf zum Thema GDI, mehr vielleicht als im Ausland. Aber an Implementierungen mangelt es noch sehr stark. In Deutschland wie in Österreich existieren bereits vernetzte Geoportale, in der Schweiz fehlt so etwas noch. Und die Geodaten werden auch weiterhin von der Swisstopo gut behütet und teuer verkauft, während sich Arbeitsgruppen permanent Gedanken zu Tarifierungs- und Abrechnungssystemen machen.
Sehr gut an dem Modul fand ich auch die Tatsache, dass Themen aus vorhergehenden Modulen wiederaufgenommen wurden, so z.B. Projektmanagement oder (Geo-)Datenmodellierung. Mehrmaliges Befassen mit einem Thema führt jedenfalls bei mir in der Regel zu einem besseren Verständnis. Zudem wird dadurch die Vernetzung von verschiedenen Themen innerhalb der GIS-Welt gefördert.
Die Lernmaterialien und v.a. die Lektionstexte gehörten zum bisher besten dieses Studiengangs. Die Texte waren trotz der schwierigen Materie verständlich und nicht ausufernd. Zudem wurden jede Menge Links und Zusatztexte angeboten. Schliesslich ist es nicht notwendig, in diesem Modul eine Einführung in XML zu geben. Dazu gibt es im Netz sicherlich genug Ressourcen. Diese Lektionstexte finden sicherlich den Weg in meine Sammlung von Texten, die ich auch nach dem Studiengang noch aufbewahren und konsultieren werde.
Ich habe das auch das Gefühl, dass das Thema Interoperabilität in Zukunft ein wichtiges Thema in der GIS-Welt (und natürlich nicht nur dort) sein wird und dass ich in meiner weiteren Zukunft noch mehr als genug damit zu tun haben werde. Das was ich in diesem Modul gelernt habe, ist daher wahrscheinlich eine sehr gute Investition in die Zukunft.
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2. UNIGIS-Studientage in Salzburg

Die letzten drei Tage standen bei mir wieder mal ganz im Zeichen von UNIGIS. Wie schon die ersten Studientage fanden diese Tage in Salzburg statt. Versank die Stadt im Januar noch im Schnee, hatte ich dieses Mal nicht den Eindruck, dass es schon Ende November ist. Temperaturen wie im Herbst und sonniges Wetter liessen schon fast frühlingshafte Gefühle aufkommen. Nichtsdestotrotz mussten wir die zweieinhalb Tage natürlich drinnen bestreiten. Inhaltlich drehte sich vieles um die Gruppenarbeit und um die Diplomarbeit.

Um die Gruppenarbeit musste ich mir weniger Gedanken machen, da unser Projektteam sich schon vorher gefunden hatte. Daher nutzten wir die Gelegenheit und hielten auch gleich eine erste 'Kickoff'-Sitzung ab, an der wir das Thema etwas präzisierten und das weitere Vorgehen besprachen. Der eigentliche Starttermin ist dann aber erst Mitte Januar, nach Beendigung des aktuellen Interoperability-Moduls. Bis dahin werde ich mir mal die Developer-Dokumentation von ArcGIS 9.2 besorgen und den Server-Teil schon mal etwas studieren.

Ein ganzer Nachmittag war dem Thema Gruppenarbeit gewidmet. Ein grosser Teil der Zeit ging dabei für die Vorstellung der Themenvorschläge drauf. Meiner Meinung nach hätten wir uns das ersparen können, da die Vorschläge bereits schriftlich vorlagen und studiert werden konnten. Ich denke, es wäre sinnvoller gewesen, die Zeit für die Diskussion, für Nachfragen und Gruppenbildung zu investieren. Die Vorstellung der zwölf Themenvorschläge hatte sich nämlich ziemlich in die Länge gezogen und meine Aufnahmefähigkeit war am Schluss dann schon ziemlich eingeschränkt.

Der zweite Schwerpunkt lag auf der Diplomarbeit. Bisher hatte ich mich damit noch überhaupt nicht beschäftigt. Nun hat sich gezeigt, dass ein erster Themenvorschlag bereits anfang März vorliegen sollte. Daher muss ich mir -- wahrscheinlich über Weihnachten -- bald mal ein paar Gedanken dazu machen. Ein Vortrag an den Studientagen drehte sich ganz um die Anfordernisse an eine solche Arbeit. Anhand eines Muster-Inhaltsverzeichnisses wurden alle Punkte einer Arbeit vorgestellt und diskutiert. Dieser Vortrag war sehr sinnvoll und hat mir sehr viel Klarheit gebracht, so dass ich von der formalen Seite her eigentlich gut gerüstet bin. Desweiteren gab es noch einen Vortrag eines UNIGIS-Absolventen, der seine Arbeit vorgestellt hat. Hier hätte mir gewünscht, dass sich der Vortragende nicht so sehr auf die thematisch/fachlichen Ergebnisse seiner Arbeit konzentrierte sondern auf seine Erfahrungen beim Erarbeiten des Themas. Sozusagen die Weitergabe von 'Lessons Learned' und anderen Hinweisen Tips und Tricks.

Zwischen diesen Programmpunkten wurden einige Fachvorträge aus verschiedensten Branchen angeboten (von externen Personen und von uns Studierenden). Diese Vorträge waren generell ziemlich interessant und haben mir wieder mal den Blick auf andere Anwendungsbereiche von GIS geöffnet. Sehr interessant fand ich den Einführungsvortrag zum Interoperability-Modul. Dadurch wurde der Rahmen für dieses Modul abgesteckt und -- jedenfalls bei mir -- Interesse geweckt und Motivation geschaffen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass ich mich im Rahmen der Diplomarbeit in diesem Bereich bewegen werde.

Aus meiner Sicht das wichtigste an diesen Studientagen war aber die Tatsache, dass sich wieder mal (fast) alle getroffen haben. Trotz Chat, Skype und E-Mail ist der persönliche Kontakt immer noch deutlich direkter und intensiver. Es konnte über vergangene Module diskutiert und vielleicht auch etwas gelästert werden. Aber es gibt natürlich auch noch viele Themen jenseits von GIS und UNIGIS, die bei Bier (auch alkoholfreiem) und Glühwein diskutiert werden können. Jedenfalls gehe ich nun mit erneuerter Motivation und viel Drive in die zweite -- und sehr wahrscheinlich happigere -- Hälfte des Studiums.
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