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Interessante Meldung aus Deutschland

Im Newsticker von Geobranchen.de war heute die Meldung zu lesen, dass das Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen in Zukunft keine Freizeit-, Wander- und Radfahrkarten mehr produzieren und verkaufen will. Stattdessen will es die entsprechenden Freizeitdaten nur noch pflegen und kostenlos online zur Verfügung stellen, so dass private Anbieter die Daten beziehen und eigene Produkte darauf aufbauen können.

Ich denke, dass das ein bemerkenswerter Schritt in die richtige Richtung ist. Es sollte wirklich nicht die Aufgabe des Staates sein, Produkte wie Wander- oder andere Freizeitkarten herzustellen. Er sollte sich vielmehr um die kostenlose Bereitstellung qualitativ hochwertiger Grundlagendaten kümmern. Die Produkte kann dann die Privatwirtschaft erzeugen, sofern überhaupt eine Nachfrage besteht. Der Staat verliert zwar kurzfristig ein paar Einnahmen aus dem bisherigen Freizeitkarten-Geschäft, wird aber in Zukunft sicher mit einem Mehr an Steuereinnahmen rechnen können, da doch mit dieser Auslagerung in der Privatwirtschaft mehr Umsatz erzeugt wird. Ich bin mir ziemlich sicher, dass schlussendlich der Staat mehr Einnahmen generieren wird als zuvor. Dies ist in den USA ja schon lange bekannt.

Auch Geografitti macht sich darüber so seine Gedanken.
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UNIGIS-Modul 9: Kartographie und Visualisierung

Im UNIGIS-Modul 9 standen Kartographie und Visualisierung im Zentrum. Ein Thema, das ich sehr interessant finde und dem ich in den letzten Jahren auch beruflich immer wieder begegnet bin. Es hat mich daher nicht überrascht, dass etliche der Inhalte für mich nicht neu waren. Zumal ich bereits an der Uni die eine oder andere Kartographievorlesung besucht hatte. Trotzdem bin ich bei weitem kein Kartograph, doch ich hatte den Eindruck, dass die wichtigsten Themen behandelt wurden: Konzeption, Layout, Farben, Schriftewn, Symbole, Klassifikationen etc. Durch Verweise auf sehr wertvolle Ressourcen im Internet (z.B. der hervorragende ColorBrewer zur einfachen Farbauswahl) war das Modul auch sehr praxisnah und hat mir den einen oder anderen Tipp für die Zukunft gegeben.

Für viele GIS-Anwender ist die Erstellung einer Karte eine eher lästige Pflichtaufgabe, die am Ende eines Projektes oder einer Analyse noch schnell erledigt werden muss. Ich bin aber der Meinung, dass sich für das Design einer Karte ein grosser Zeiteinsatz immer lohnt. Schliesslich ist doch die Karte das Hauptinstrument, mit dem Resultate aus GIS-Analysen an ein Publikum kommuniziert werden. Das Analyse-Skript kann noch so kunstvoll und effizient sein, wenn die Karte schlampig und schludrig gemacht ist, wird das Publikum dem Resultat kaum Aufmerksamkeit widmen.

Mit diesem Modul ist auch der Reigen der Pflichtmodule zu Ende gegangen. Was bleibt sind nur noch der Abschluss der Gruppenarbeit, ein paar otionale Kurse und die Master Thesis! <stöhn/>
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AGIT 2007

Im Anschluss an die Summer School habe ich auch gleich noch die ebenfalls in Salzburg stattfindende AGIT 07 besucht. Dies war meine allererste Teilnahme dort und ich habe vorwiegend positive Eindrücke erhalten. Die AGIT ist mehr als nur ein Symposium, in dem Fachvorträge gehalten werden, obwohl dies natürlich der wichtigste Punkt ist. Das Vortragsprogramm ist ausserordentlich vielfältig und verläuft in mehreren parallelen Tracks, so dass es mir das eine oder andere Mal schwerfiel, eine Entscheidung zu treffen. Neben diesen Sessions bietet die AGIT aber auch noch eine Expo, Workshops, Posterausstellung und auch etliche "Social Events".

Aufgefallen ist mir, dass das Thema INSPIRE in zahlreichen Vorträgen und Workshops vor allem von Referenten aus dem Verwaltungsbereich eine zentrale Stelle einnahm. Es ist damit zu rechnen, dass diese Richtlinie auch in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird. Und dies obwohl die konkreten Ausführungsbestimmungen noch gar nicht fertig sind und zudem z.T. sehr lange Übergangsfristen gelten (bis 2019). Und es ist ebenfalls nicht schwierig vorauszusehen, dass sich die Schweiz, obwohl sie kein EU-Mitglied ist, auch intensiv mit diesem Thema befassen wird. Die KOGIS hat dies mit der am 1. Juni durchgeführten INSPIRE-Tagung bewiesen.

Ein kleines Highlight für mich war der Stand der OSGEO-Foundation. In sehr professioneller Weise wurden dort die diversen Projekte der Foundation vorgestellt. Ein wichtiger Input war auch die Idee von Arnulf Christl (Board of Directors der OSGEO-Foundation), dass die öffentlichen Verwaltungen in Zukunft aufpassen müssen, dass sie nicht zuviel Geoinformations-Knowhow aufgrund diverser Sparbemühungen verlieren. Denn dieses Knowhow ist von zentraler Bedeutung beim Aufbau von Geodateninfrastrukturen. Ebenfalls sehr interessant war sein Vorschlag betreffend Geodaten, den er auch in einem Vortrag anlässlich des Open Source Days ausführte. Christl schlägt vor, dass viele der bisher öffentlich hergestellten Geodaten (z.B. amtliche Vermessung o.ä.) nicht mehr vom Staat nachgeführt werden sollen, sondern von denjenigen Institutionen, Firmen oder Privaten, die dafür verantwortlich sind, dass überhaupt eine Änderung an den Geodaten nötig wird. Wenn jemand z.B. ein Haus baut, sollte er dann für die daraus entstehenden Änderungen an den verschiedenen Geodaten aufkommen. Dies tönt durchaus plausibel, da es heutzutage ja kaum noch raumverändernde Projekte und Prozesse gibt, die nicht ohnehin schon genauestens vermessen und in Form von Geodaten bekannt sind. Es ginge nur noch darum, diese Daten in die GDI einzuspielen. Die Aufgabe des Staates wäre es dann noch, diesen Prozess zu kontrollieren und per Richtlinien die Qualität der Daten zu garantieren. Kurz gesagt möchte Christl das schon in anderen Politikbereichen etablierte Verursacherprinzip auch im Bereich der Geodaten einführen. Ich hatte vorher noch nichts von einer solchen Idee gehört, ganz spontan leuchtet mir allerdings die Argumentation durchaus ein. Sicherlich eine interessante Idee, die ich weiter verfolgen werde.

Wie schon die Summer School war auch die AGIT eine gute Gelegenheit, mit anderen GIS-Experten ins Gespräch zu kommen. Insgesamt habe ich trotz einiger mentaler Ermüdungserscheinungen nach der intensiven Summer School die AGIT als eine sehr vielfältige, gut organisierte und sympathische Veranstaltung empfunden und ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich dafür wieder mal nach Salzburg gehen werde.

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Disaster Management und GDI

Im Rahmen der Summer School zum Thema "Location Based Services" wurde auch das Thema Disaster Management angesprochen. Ebenfalls ein Thema, dem ich bis dahin keine besondere Aufmerksamkeit beigemessen habe. Das Thema an und für sich ist auch jetzt für mich noch nicht speziell interessant, aber es wurde an der Summer School zurecht betont, dass für ein funktionierendes Katastrophenmanagement der Einsatz von Geodaten und GIS-Technologie unumgänglich ist. Dies wurde von dem niederländischen Experten Henk Scholten an etlichen Beispielen eindrücklich demonstriert. Es ist ebenfalls eine Tatsache, dass diesem Aspekt in bestehenden Katastrophenübungen und Konzepten zuwenig Rechnung getragen wurde. Z.B. war nach dem Hurricane Katrina in den USA die staatliche Katastrophenhilfe komplett überfordert und viele Informationen (und damit auch Geodaten) wurden informell und ad-hoc über eigene Wege (v.a. Google Earth) ausgetauscht und publiziert. Dies zeigt eindrücklich, wie wichtig eine gut konzipierte und auf offenen Standards aufbauenden Geodateninfrastruktur im Rahmen eines wirkungsvollen Katastrophenmanagements ist. Dies ist ein Grund mehr, eine solche GDI zu fordern und zu fördern. Dies wurde zurecht auch von KOGIS und e-geo.ch erkannt. Sehr interessant in diesem Zusammenhang ist übrigens das Buch "Successful Response starts with a map", das ich mir evtl. gelegentlich genauer anschauen werde.
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LBS Summer School

Im Rahmen meines UNIGIS MSc-Lehrgangs muss u.a. auch eine internationale (d.h. fremdsprachige) Summer School besucht und absolviert werden. Das Z_GIS der Uni Salzburg hat dieses Jahr (in Zusammenarbeit mit der Firma Geodan) eine solche Summer School zum Thema "Location Based Services (LBS)" organisiert. Da die Summer School terminlich nahe an der AGIT lag, habe ich mich für eine Teilnahme entschieden. Vom Thema LBS hatte ich allerdings bis dato keine Ahnung gehabt. Konkret konnte ich mir darunter einzig LBS-Dienste auf dem Mobiltelefon (z.B. Restaurants in meiner Nähe) vorstellen. Dies ist eine Anwendung, die -- und das wurde schnell klar -- jedoch nie wirklich funktioniert hat und mittlerweile so gut wie tot ist. LBS ist jedoch viel mehr als das und dies wurde in der Summer School anhand der folgenden Schwerpunkte sehr schön gezeigt:

  • Technologien: Es gibt sehr viele Technologien, die LBS ermöglichen. Die Location/Position kann ausser per GPS (und vielleicht irgendwann einmal per Galileo) auch via RFID (über WLAN oder Ultrawideband) bestimmt werden. Dabei können durchaus auch Genauigkeiten im Zentimeter-Bereich erzielt werden - und das sowohl Outdoor als auch Indoor. Die Technologien wurden auch direkt vorgestellt und vorgeführt.
  • Anwendungen: Es wurden einige konkrete Case Studies vorgestellt, so dass einerseits der konkrete Nutzen als auch mögliche Probleme bei der Implementierung deutlich wurden. Beispiele für Case Studies waren der Einsatz in einem holländischen Spital (Patienten-Tracking, Personal-Tracking, Tracking von Blutkonserven) und in einer US-Raffinerie (Personal-Tracking). Alle gezeigten Beispiele zeigen eindrücklich, welch immenses Potenzial in LBS steckt.
  • Privacy: Ein wichtiges Problem ist die Privacy/Datenschutz. Mit LBS werden ganz neue Informationen über Personen und Objekte möglich (genaue Beschreibung von Wer/Wann/Wo). Dieser Punkt wurde zurecht ausführlich diskutiert, es existieren aber noch keine fertigen Lösungen. Zudem hat eine Umfrage unter den Teilnehmern gezeigt, dass das Bewusstsein für solche Fragen noch zu wenig ausgeprägt ist. Wahrscheinlich auch deshalb, weil die wenigsten von uns mit Privacy schlechte Erfahrungen gemacht haben.


Als Bilanz kann ich festhalten:

  • Die Summer School hat mir einen sehr interessanten und tiefen Einblick in einen Trend gegeben, der unser Alltags- und Arbeitsleben in Zukunft stark prägen wird.
  • Ich habe jede Menge Inputs und Anregungen erhalten. Diese Inputs werden sich wahrscheinlich nicht direkt in meiner tägliche Arbeit niederschlagen, sie werden aber im Bewusstsein bleiben und sich nötigenfalls wieder reaktivieren lassen.
  • Ich hätte es geschätzt, wenn neben dem GPS-Workshop und dem Test des Alpenrangers im Nationalpark Berchtesgaden auch noch ein oder zwei weitere Workshops angeboten worden wären, in denen wir auch aktiv werden konnten.
  • Die Summer School war eine ideale Gelegenheit (auch dank der sozialen Anlässe) zum Kennenlernen anderer Personen, d.h. zum Networking. Viele Teilnehmer stammten aus Deutschland und Österreich, es gab aber auch Teilnehmer aus Portugal, Spanien oder auch Libyen. Dieser Austausch (auch über Nicht-GIS-Themen) ist sehr wertvoll.

Schlussbilanz: "Passt Scho!"

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