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Geoforum Spirgarten 2007

Das Geoforum Spirgarten ist in der Schweizer Geoinformations-Szene ein fester Termin, an dem ich bis jetzt jedoch noch nie teilgenommen hatte. Dieses Jahr war es aber soweit.
Meine Hauptmotivation, an dieses Treffen zu gehen, war jedoch der angekündigte Vortrag von Jo Walsh. Ihr Name war mir schon des öfteren in der Blogosphäre und auf verschiedenen Mailinglisten (z.B. OSGEO oder geowanking) begegnet und ihre Beiträge waren in der Regel äusserst interessant und auch provokativ. Ihr Vortrag ging vom Thema INSPIRE-Direktive aus, die ja Ende letzten Jahres verabschiedet wurde und deren Implementierungsregeln nun definiert werden. Die Hauptkritik von Jo Walsh an dieser Direktive bezog sich auf deren Aussagen, die z.T. so vage und schwammig formuliert sind (wahrscheinlich auch aus politischen Gründen), dass (zu)viel hineininterpretiert werden kann. Daher sollte man vor INSPIRE sicher "keine Angst haben". Der Vortrag legte nach diesen Betrachtungen zu INSPIRE den Fokus auf die Open Source-Welt, die mit der OSGEO-Foundation seit etwas mehr als einem Jahr eine wichtige Institution hat. Jo Walsh stellte eine ganze Reihe von FOSS-Software und -Projekten vor, die mittlerweile eine erstaunliche Breite an Funktionaliäten aufweisen und auch Anforderungen von INSPIRE locker erfüllen (z.B. Geonetworks im Bereich der Metadaten). Für mich wurde damit einmal mehr klar, dass Software und eben auch Standards, die aus User-Communities (Grassroots-Ansatz) -- also aufgrund "echter" Bedürfnisse -- entstanden sind, deutlich mehr Potenzial und Übersichtlichkeit bieten als irgendwelche hochtrabende und komplexe Konzepte (Stichwort SOA). Alles in allem ein sehr interessanter und lohnenswerter Vortrag.

Die zweite Hälfte des Programms war dann dem Thema INTERLIS gewidmet, wobei zunächst der aktuelle Stand (INTERLIS 2.3) berichtet wurde und anschliessend verschiedene Anbieter Gelegenheit hatten, ihre Produkte vorzustellen. Dabei sind mir zwei Sachen aufgefallen: Einerseits haben mehrere Firmen (z.B. INSER und infoGrips) mittlerweile neben herkömmlicher Software auch Online-Dienste im Angebot, mit denen INTERLIS-Daten online geprüft und transformiert werden können. Andererseits ist mir die FDO-Technologie von Autodesk aufgefallen. Ich hatte bereits früher davon gehört, als Autodesk ihr Mapguide und eben diese FDO-Technologie als OpenSource-Software freigegeben haben, mich aber nicht weiter dafür interessiert. FDO ist eine API, mit der verschiedenste Geo-Formate -- von Datenbanken über Shapefiles bis INTERLIS-Dateien -- angesprochen und ausgelesen werden können. Das tönt sehr vielversprechend und ich werde mir das nächstens genauer anschauen.

Alles in allem hat sich der Ausflug nach Zürich sicherlich gelohnt. Die Folien der verschiedenen Vorträge können zu gegebener Zeit auf der INTERLIS-Homepage heruntergeladen werden.

Das Forum endete mit dem Aufruf von Stefan Keller, darüber zu bloggen. Dem wurde hiermit Rechnung getragen :-)
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Potsdamer OWS-Security Workshop

Ein bisher nur unbefriedigend gelöstes Problem im Bereich Webservices und GIS ist das der Sicherheit. Zwar existieren etliche OGC-Standards wie z.B. WMS oder WFS. Doch darüber wie diese Dienste gesichert und mit einer Authentifizierung versehen werden können, herrscht noch keine Einigkeit. Ende Februar fand nun zu genau diesem Thema in Potsdam ein Workshop statt, der von GDI Berlin/Brandenburg organisiert worden war. Die Präsentationen, die im Laufe des Workshops gehalten wurden, sind nun im Internet abrufbar und vermitteln einen sehr wertvollen Eindruck davon, wie dieses Thema angegangen und umgesetzt werden kann. Eine sehr lohnenswerte Lektüre.
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Gemeindegrenzen der Schweiz

Die Auswahl an freien Geodaten ist in der Schweiz ja bekanntermassen recht gering. Der grösste Geodatenanbieter swisstopo bietet nur ein ganz kleines Sortiment an kostenlosen Geodaten an. Darunter finden sich einige wenige Übersichtskarten, ein Shaded Relief, Testdaten der DHM, ein 500m Landsat-Mosaik und die Gemeindeschwerpunkte. Fazit: ziemlich mager!
Besonders ist mir aufgefallen, dass nur die Gemeindeschwerpunkte und nicht etwa die Gemeindegrenzen angeboten werden. Wäre es wirklich zuviel verlangt, zusätzlich dazu eine stark generalisierte Variante der Gemeindegrenzen (und damit auch der Bezirks und Kantonsgrenzen) anzubieten?
Ist man trotzdem an Gemeindegrenzen interessiert, bleibt einem nicht viel anderes übrig, als diese bei swisstopo für 110.- zu erwerben oder sich mit Thiessen-Polygonen basierend auf den Gemeindeschwerpunkten zu behelfen, was dann in etwa so aussieht:

Das ganze ist hier auch als Shapefile downloadbar.
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GeoIG im Parlament

Das Geoinformationsgesetz (GeoIG) ist letzten Dienstag im Nationalrat behandelt und verabschiedet worden. Die Debatte war kurz und schmerzlos und das Abstimmungsergebnis mehr als deutlich (156 Ja- gegen 3 Nein-Stimmen). Dies war nicht anders zu erwarten gewesen, war doch das Geschäft in der Behandlungskategorie III (Reduzierte Debatte) eingestuft worden und hat das Geschäft ausserhalb der Geoinformationswelt so gut wie keine Wellen geschlagen.

Mir ist nur aufgefallen wie sich die Wahrnehmung dieses Gesetzes unterscheiden kann. Ich als Teil dieser Geoinformationswelt sehe dieses Gesetz als notwendige Grundlage für die zukünftigen Entwicklungen in der Geoinformationsszene und für mich stehen Schlagworte wie Modellierung, Harmonisierung, Tarifierung, Datenaustausch, Geodienste etc. im Vordergrund. Wenn man sich das Wortprotokoll ansieht, dann ist zu bemerken, dass die Punkte, die von den Nationalräten diskutiert wurden, ganz andere sind. Dort ging es um das Geometer-Register, die toponymischen Richtlinien und den Datenschutz. All diese Punkte standen für mich persönlich nicht im Zentrum des Gesetzes. Aber das ist wahrscheinlich nur ein Beweis dafür, dass meine Sicht auf das Gesetz eine sehr fachspezifische ist, wogegen die Sicht der Nationalräte eine sehr allgemeine ist, die sich -- zurecht -- nicht mit zu vielen technischen Details befassen will.

Das GeoIG muss nun natürlich noch in den Ständerat. Das wird wahrscheinlich in der Sommersession geschehen, so dass das Gesetz wahrscheinlich 2008 in Kraft treten wird.
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WebMapping-Applikationen der Bundesverwaltung (2. Teil)

In einem Post vor zwei Monaten hatte ich auf einige bestehende Angebote der Bundesverwaltung im Bereich Webmapping hingewiesen. Es hat sich gezeigt, dass der Bund neben den damals von mir erwähnten Diensten noch einige andere anbietet. Das Problem dabei ist einfach, dass nirgends eine Auflistung all dieser Dienste vorhanden ist. Der Zugang zu diesen Diensten ist daher nur via die Internetseite der zuständigen Fachstelle oder Bundesamtes möglich. Das mag ja für spezifische Interessenten genügen, aber um damit ein breiteres Publikum zu gewinnen (und das ist ja wahrscheinlich beabsichtigt, denn die Dienste wurden für viel Geld entwickelt und eine entsprechende Infrastruktur aufgestellt.), ist es völlig ungeeignet. Die Bundesverwaltung benötigt daher dringend eine Art Portal, in dem alle diese Dienste zusammengefasst sind. Beispiele für solche Portale sind in Deutschland das Geoportal.Bund und in Österreich Geoland.at. Dort werden Dienste verschiedenster Herkunft zusammengefasst und in einem einzigen Viewer angeboten. Die Schweizer Bundesverwaltung ist davon allerdings noch Lichtjahre entfernt. Denn um die verschiedenen Dienste in einem Portal bündeln zu können, ist eine Vernetzung via WMS-Protokoll notwendig. Aber: Keiner dieser Dienste bietet seine Daten auch per WMS an! Wahrscheinlich gibt es in der Bundesverwaltung nicht einen einzigen öffentlichen WMS-Server, obwohl der WMS-Standard mittlerweile ausgereift und etabliert ist!

In den Konzepten von KOGIS und e-geo.ch wird seit Jahren vollmundig von Vernetzung, Austausch und effizienter Nutzung von Geodaten gesprochen, aber für den Endanwender -- sei es in der Privatwirtschaft, sei es innerhalb der Bundesverwaltung, sei es zuhause -- hat sich bis jetzt so gut wie gar nichts getan. Das mindeste wäre doch eine Liste, auf der alle Webmapping-Dienste der Bundesverwaltung (ganz zu schweigen von denen der Kantone oder Gemeinden, die ja auch zu einer Nationalen Geodaten-Infrastruktur (NGDI) gehören) eingetragen werden, wie sie z.B. hier zu finden ist. Doch davon ist weder auf den Internetseiten von KOGIS noch auf denen von e-geo etwas zu sehen!

Zurecht fliesst z.Zt. viel Geld in den Aufbau der NGDI und es ist auch klar, dass das ein komplexer Prozess ist, der nicht von heute auf morgen realisiert werden kann. Aber fast vier Jahre nach dem Bundesratsbeschluss zum Aufbau der NGDI, würde ich erwarten, dass neben vielen Konzepten und Gesetzen auch mal etwas praktisches und anwendbares zu sehen ist. Etwas, das auch ein Benutzer ohne GIS- oder Geokenntnisse benutzen und vor allem auch davon profitieren kann...
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Das Wiesel

Letzten Sonntag genoss ich das tolle Frühlingswetter auf dem Velo mit einer Rundfahrt durch das Seeland. Zwischen Studen und Jens sah ich ein kleines weisses Tier über die Strasse in die Büsche huschen. Das machte mich neugierig, hatte ich doch so etwas noch nie gesehen. Also stellte ich mein Velo an den Strassenrand und wartete. Das Tier hatte auf einer Wiese eine kleine Maus gefangen, die es aber leider auf der Flucht vor mir auf dem Feldweg verlor. Ich konnte also davon ausgehen, dass sich das Tier seine Beute irgendwann wieder holen würde. Und so kam es denn auch. Der kleine Racker traute sich aus der Böschung und sichtete zunächst die Lage:

Anschliessend preschte er vor, schnappte sich die tote Maus und zog sich sofort wieder in die Böschung zurück:

Da ich nicht wirklich sicher war, was für ein Tier das gewesen ist, habe ich mich mit einigen Arbeitskollegen, die Biologie studiert haben, beraten und wir sind zum Schluss gekommen, dass es sich wahrscheinlich um ein Wiesel handeln muss. Die Bilder im entsprechenden Wikipedia-Eintrag bestätigen dies auch.

Das arme Tier ist wahrscheinlich auch ein Opfer des Klimawandels, denn mit seinem prächtigen, weissen Winterfell, war es zumindest diesen Winter im Seeland so gut wie nie getarnt. Wahrscheinlich kann es glücklich sein, diesen Winter überlebt zu haben und nicht in den Fängen eines Raubvogels gelandet zu sein.

Fazit: "This made my day!"
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Google Earth-Update für die Schweiz

Lange mussten Schweizer Google Earth-Benutzer darauf warten, nun ist es Tatsache. Endlich ist auch die ganze Schweiz mit hochaufgelöstem Bildmaterial abgedeckt. Damit sind sogar Eiger, Mönch und Jungfrau einigermassen zu erkennen:

Weitere Infos zum Update gibt es in der Google Earth Community.
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Zürcher Baustellen als KML-File

Eine interessante Meldung war gestern bei Heise zu lesen: Das Stadtzürcher Tiefbauamt bietet auf seiner Internetseite ein monatlich aktualisiertes KML-File mit den aktuellen Baustellen an, womit die Zürcher Baustellen in Google Earth betrachtet werden können. Wenn ich mich nicht täusche, ist das das erste solche Angebot einer öffentlichen Verwaltung in der Schweiz. Allerdings macht das auch nur in den Gebieten in der Schweiz Sinn, wo die Auflösung der Google Earth-Bilder hoch ist und momentan ist das nur in ganz wenigen Orten der Fall, unter anderem halt in Zürich. Das ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, aber mit Google Earth ist man allerdings auf einen bestimmten Client angewiesen und kann die Baustellendaten nur damit betrachten. Eine andere Visualisierungsmöglichkeit konnte ich jedenfalls nicht finden. Eigentlich sollte das Tiefbauamt diese Daten doch auch in einem zugänglicheren Format anbieten, z.B. als WMS-Dienst. Das wäre meiner Meinung nach die bessere und nachhaltigere Lösung.
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UNIGIS-Modul 7: -- Geostatistik

Und schon wieder ist ein Modul vorbei und abgehakt. Nach dem herausfordernden und aufwendigen Modul Interoperabillität schwenkte der UNIGIS-Fokus auf ein eher klassisches GIS-Thema -- die Geostatistik. Ein Gebiet, das ich bisher so gut wie gar nicht kannte. Zwar hatte ich an der Uni eine Vorlesung in Statistik und eine in Quantitativer Geographie besucht, doch das ist nun doch schon eine ganze Weile her, so dass nicht mehr allzuviel Wissen vorhanden war. Die ersten einführenden Kapitel drehten sich denn auch um eher einfache Themen wie räumliche Mittelwerte, räumliche Konzentrationen etc. Viel Neues und Aufschlussreiches war da nicht drin. Auch die Aufgaben waren eher einfach und bestanden meist darin, in einer Statistik-Software Werte einzulesen und nach einem Knopfdruck verschiedene statistische Kennzahlen auszulesen. Meist wurde auch noch eine Interpretation verlangt. Diesen ganzen Teil hätte man auch in der Hälfte der Lektionen und Zeit abhandeln können.
Interessanter wurde es dann im zweiten Teil, in dem verschiedene Interpolationsmethoden vorgestellt wurden. Dies war genau das, was mich interessiert hat, da ich hier keinerlei Vorkenntnisse aufzuweisen hatte. Genauer betrachtet wurden die Methoden Local Polynomial, Global Polynomial, IDW, Ordinary und Universal Kriging. Der zu analysierende Datensatz war durchgehend derselbe, so dass die verschiedenen Ergebnisse miteinander verglichen werden konnten. Wie zu erwarten war, ist Geostatistik keine 'exakte Wissenschaft'. Damit meine ich, dass es keinen klar vorgegebenen Weg zu einer Lösung gibt. Gerade die Arbeit mit den Kriging-Methoden verlangt zunächst nach einer vertieften Betrachtung der vorliegenden Stichprobe um darauf aufbauend die vielen Parameter einzustellen. Hier ist sehr oft ganz einfach auch ein Trial and Error-Vorgehen angesagt: Parameter 1 ändern, Auswirkungen anschauen, Parameter 2 ändern, Auswirkungen anschauen...
Insgesamt war ich mit dem Modul zufrieden, aber wie gesagt hätte ich mir gewünscht, dass der zweite Teil mit den verschiedenen Interpolationsmethoden zugunsten des eher einfachen ersten Teils ausführlicher gestaltet worden wäre.
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